Barre vs. Pilates: Was ist eigentlich der Unterschied?
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Barre und Pilates werden oft verwechselt. Ich erkläre dir die wichtigsten Unterschiede, was beide Trainingsformen gemeinsam haben und für wen sich was eignet.
„Sind Pilates und Barre nicht eigentlich das gleiche?“ Eine Frage, die oft gestellt wird. Verständlich, denn von außen wirken beide Trainingsformen auf den ersten Blick ziemlich ähnlich. Zudem unterrichten viele Trainerinnen und Trainer beides. Langsame, kontrollierte Bewegungen, ein Fokus auf Körperkontrolle und den Core. Ich trainiere beides regelmäßig – Barre besonders gern, weil ich zusätzlich Ballett tanze und mir das Workout deshalb noch ein klein wenig mehr Spaß macht. Dazu aber gleich mehr.
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Was genau ist eigentlich Pilates?
Wusstest du, dass Pilates tatsächlich nach seinem Gründer benannt wurde? Ich bis vor kurzem auch nicht. Anfang des 20. Jahrhunderts hat Joseph Pilates die gleichnamige Methode entwickelt. Er verfolgte das Ziel, Körper und Geist durch kontrollierte Bewegung miteinander zu verbinden. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Körpermitte – häufig auch als Core bezeichnet. Dazu gehören unter anderem die Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur.
Charakteristisch für Pilates sind ruhige, präzise Bewegungen, die bewusst und kontrolliert ausgeführt werden. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Atmung, die gezielt mit den einzelnen Übungen abgestimmt wird.
Eine klassische Pilates-Stunde beginnt häufig mit einer kurzen Aktivierung der Körpermitte. Anschließend folgen verschiedene Übungen im Liegen, Sitzen, Vierfüßlerstand oder Stehen. Viele Kurse finden auf der Matte statt mit Hilfsmitteln wie Bällen, kleinen Gewichten und Widerstandsbändern. Es gibt aber auch Varianten mit speziellen Geräten wie dem Reformer.
Was ist im Vergleich Barre?
Barre verbindet Elemente aus dem klassischen Ballett, Pilates und funktionellem Krafttraining zu einem eigenständigen Workout. Der Name leitet sich von der französischen Bezeichnung für Ballettstange („barre“) ab, die in jede richtigen Barre-Stunde zum Einsatz kommen sollte.
Typisch sind kleine, isolierte Bewegungen, viele Wiederholungen und statische Haltepositionen. Ergänzt wird das Training oft durch leichte Hanteln, Pilates-Bälle oder Widerstandsbänder. Anders als beim klassischen Ballett geht es beim Barre jedoch nicht darum, Tanzschritte oder Choreografien zu lernen. Stattdessen werden Bewegungen aus dem Ballett als Trainingsmethode genutzt, um Kraft, Stabilität und Körperhaltung zu verbessern. Die Übungen werden zudem oft passend zur Musik ausgeführt.
Was Pilates und Barre gemeinsam haben
Trotz ihrer Unterschiede haben Barre und Pilates viele Gemeinsamkeiten. Beiden zählen zu den sogenannten Low-Impact-Trainingsformen. Das bedeutet, dass die Gelenke vergleichsweise wenig belastet werden und auf Sprünge oder starke Stoßbelastungen meist verzichtet wird.
Außerdem legen beide großen Wert auf eine saubere Körperhaltung, kontrollierte Bewegungsabläufe und Körperwahrnehmung. Statt möglichst schnell oder möglichst schwer zu trainieren, steht die Qualität der Bewegung im Vordergrund.
Ein weiterer Pluspunkt: Sowohl Barre als auch Pilates lassen sich häufig an unterschiedliche Fitnesslevel anpassen. Viele Übungen können vereinfacht oder anspruchsvoller gestaltet werden, sodass sowohl Einsteigerinnen und Einsteiger als auch Fortgeschrittene passende Herausforderungen finden.
Meine persönliche Erfahrung mit beiden Workouts
Ich trainiere tatsächlich beides gern. Je nach Stimmung und verfügbaren Kursen in meiner Nähe. Pilates hilft mir besonders dann, wenn ich mich auf kontrollierte Bewegungen, Stabilität und meine Körpermitte konzentrieren möchte. Um ehrlich zu sein, ist Pilates das einzige, das mir Muskelkater im Bauch zaubert – und ich lieb’s.
Barre macht mir persönlich allerdings noch ein kleines bisschen mehr Spaß. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich Ballett tanze und viele Bewegungen dadurch vertraut sind. Ich mag die Kombination aus Eleganz und Intensität. Auch wenn die Bewegungen oft winzig aussehen bei Pulsen zum Beispiel, merkt man spätestens nach einigen Wiederholungen ziemlich deutlich, welche Muskelgruppen gerade arbeiten. Gerade diese Mischung aus Krafttraining, Körperkontrolle und Ballett-Elementen macht Barre für mich zu einer Trainingsform, auf dich ich immer wieder Lust habe. Und keine Sorge: Man muss keinerlei Balletterfahrung haben für die Stunden,
Für wen eignet sich was?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht und genau das ist eigentlich das Schöne. Wer besonders viel Wert auf kontrollierte Bewegungen, Rumpfstabilität und eine intensive Arbeit an der Körpermitte legt, findet im Pilates häufig genau das Richtige.
Wer hingegen Freude an kleinen, intensiven Bewegungen hat und sich von den Einflüssen aus dem Ballett angesprochen fühlt, entdeckt im Barre-Training eine abwechslungsreiche Ergänzung. Zudem finden die Stunden eher im Stehen statt, während im Pilates meist auf der Matte trainiert wird.
Am besten probierst du beides aus und schaust, was dir mehr Freude bereitet. Oder du machst es wie ich und baust beide Workouts in deinen Wochenplan ein. Wer in keinem Studio angemeldet ist, findet übrigens auch kostenfreie Kurse auf Youtube.
Fazit
Barre und Pilates haben viele Gemeinsamkeiten, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Während Pilates besonders auf Core-Stabilität, Kontrolle und fließende Bewegungen setzt, bringt Barre zusätzlich Einflüsse aus dem Ballett ein und trainiert den gesamten Körper. Keines der beiden Trainings ist grundsätzlich besser oder schlechter. Beide haben ihre Berechtigung und können sich sogar perfekt ergänzen. Wenn du unsicher bist, hilft oft nur eins: ausprobieren!