Fit auf Reisen: Wie ich unterwegs Sport unterbringe
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Wie ich zwischen Meetings, Sightseeing und Jetlag trotzdem in Bewegung bleibe – meine persönliche Routine und das Equipment, das immer mit in den Koffer wandert.
Zuletzt ging es um Athleisure – darum, wie ich vom Training nahtlos in den Alltag wechsle, ohne mich umzuziehen. Ganz ähnlich sehe ich es beim Reisen. Warum sollte ausgerechnet ein Tapetenwechsel bedeuten, dass Bewegung komplett hintenanstehen muss?
Sport im Urlaub ist jedoch kein Muss, manchmal gibt es Reisen, in denen es einfach nicht passt. Und das ist völlig okay. Wer sich das ganze Jahr über fleißig bewegt, darf auch mal eine Pause einlegen. Trotzdem kann gerade im Urlaub oder bei entfernteren Reisezielen Bewegung erst recht gut tun. Nach langen Flügen oder Zugfahrten merke ich, wie hilfreich eine leichte Sporteinheit sein kann. Gegen die Steifheit, gegen den Jetlag und ehrlich gesagt auch für den Kopf. Es geht mir nicht darum, meine gewohnte Trainingsroutine 1:1 in den Koffer zu packen, sondern eher darum, mir selbst treu zu bleiben, ohne dass der Urlaub zum Trainingslager wird. Zudem ist der Einstieg nach einer Reise sehr viel leichter, als wenn man zwei Wochen nur am Strand liegt und sich höchstens zum Buffet bewegt.
Meine Grundausstattung für unterwegs
Wer im Hotel Urlaub gebucht hat, findet meist ein Fitnessstudio, manchmal werden sogar Kurse angeboten. Doch in Ferienwohnungen sieht es anders aus. Dafür habe ich mir eine kleine, sehr reduzierte Grundausstattung zusammengestellt, die jedes Mal in den Koffer wandert.
Eine dünne Reise-Yogamatte. Anders als meine Matte zu hasse ist sie leichter und lässt sich platzsparend zusammenrollen. Sie passt entweder außen an den Rucksack oder findet noch ein Plätzchen im Koffer. Für Bodenübungen, Dehnen oder eine kurze Yoga-Einheit im Hotelzimmer reicht sie völlig aus.
Widerstandsbänder – je nach Geschmack in Bunt oder Beige-Tönen. Für mich fast unverzichtbar, weil sie so gut wie kein Gewicht und Platz beanspruchen, sich aber trotzdem für einiges einsetzen lassen. Von klassischen Kraftübungen bis zu kleinen Barre-inspirierten Bewegungen, die ich sonst im Studio mache.
Bequeme, vielseitige Sportkleidung.Hier zahlt sich mein Athleisure-Prinzip aus dem letzten Artikel direkt aus: Die gleichen Teile, die ich zu Hause vom Training in den Alltag trage, funktionieren auch auf Reisen doppelt. Ein stylischer Sport-BH ersetzt ein cooles Crop Top und eine kurze Leggings eine Shorts. Auch als bequemes Reiseoutfit liebe ich meine Yoga-Leggings.
Ein Springseil. Mein kompaktestes Cardio-Tool, wenn ich mal keine Lust auf den Crosstrainer habe oder es keinen vor Ort gibt. Passt in jede Ecke des Koffers und wird in wenigen Minuten zum anstrengenden Workout.
Eine Fitnessuhr. Sie sorgt dafür, dass du deinen Schlaf, die Herzfrequenz und deine Schritte im Blick behältst.
Das Schöne an dieser kleinen Auswahl: Sie wiegt kaum etwas, nimmt wenig Platz weg und trotzdem reicht sie für die meisten Situationen, in denen ich unterwegs kurz aktiv werden möchte.
Wie ich Sport in unterschiedliche Reisesituationen einbaue
Wie viel und was ich unterwegs trainiere, hängt stark davon ab, welche Art von Reise gerade ansteht. Ein starres Programm würde für mich nicht funktionieren und es würde mich vermutlich eher stressen, als dass es mir gut täte.
Bei Kurztrips oder Businessreisen bleibt oft nicht viel Zeit und genau dann kommen meine Widerstandsbänder oder eine kurze Einheit auf der Reise-Yogamatte im Hotelzimmer zum Einsatz. 15 bis 20 Minuten reichen mir hier meist völlig. Dabei geht es nicht um große Fortschritte, sondern einfach darum, meinen Körper nach einer langen Reise oder einem Tag in Meetings zu bewegen.
Bei Städtereisen verzichte ich bewusst so oft wie möglich auf Bus oder Bahn und erlaufe mir die Stadt lieber zu Fuß. Das klingt banal, aber allein dadurch kommt viel Bewegung zusammen und ich sehe nebenbei noch mehr von der Stadt, als wenn ich von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren würde. Dann darf das Workout auch gern mal geskipped werden.
Bei einem längeren Urlaub am Strand sieht mein Tag oft entspannter aus: eine kurze Trainings-Einheit am Morgen, bevor es zu heiß wird oder einfach viel Bewegung im Wasser reichen mir häufig aus. Nach einem langen Tag am Strand bin ich abends meist zu müde und geschafft, um noch richtig zu trainieren und das ist völlig in Ordnung.
Was mir hilft, es nicht zum Zwang werden zu lassen
Vor allem auf Reisen ist es mir wichtig, Sport nicht zum Stressfaktor werden zu lassen. Ich will mich nicht mit schlechtem Gewissen plagen, falls ich es mal nicht schaffe. Reisen soll sich nach Erholung anfühlen, nicht nach einem zweiten Job.
Deshalb erlaube ich mir bewusst, Sport auf Reisen anders zu denken als zu Hause. Ein City-Bummel, bei dem ich 20.000 Schritte absolviert habe, zählt für mich genauso wie ein klassisches Workout. Und wenn ich merke, dass mir nach einem langen Wanderung oder einem Reisetag einfach nicht nach Bewegung ist, dann lasse ich es auch mal ganz bleiben. Das schlechte Gewissen lohnt sich einfach nicht und ruiniert nur den teuer bezahlten Urlaub.
Was mir dabei hilft: Ich setze mir vorher keine festen Ziele, sondern beobachte eher, wie sich mein Körper anfühlt und reagiere darauf. An manchen Tagen ist das mehr, an anderen deutlich weniger und beides ist okay. Wer zu Hause regelmäßig trainiert, wird auch nach zwei Wochen Pause schnell wieder in den Rhythmus finden.